- Document ID: 138757789
- Document Collection: 7-2-1-5_Briefe von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen
Discussion Question
#ukrainianMarija STEPANEZ
sender:
Marija STEPANEZ
„Eggesin /Pam“ [meaning of „Pam“?]
camp: [most likely a typo → „Bereitschaftslager“]
„Haus 3/V“ [or 31 V?]
recipient:
Pavlo STEPANEZ
„Stadniza, Winniza“
( Стадниця - Вінницький район ; Вінницька область )
It could be a camp of „Sprengstoffwerk Torgelow der Deutschen Sprengchemie (DSC) GmbH“
" […] Nordöstlich der Stadt Torgelow in Pommern wurde so ab 1936 im Auftrag und mittels Finanzierung der Wehrmacht durch eine private Gesellschaft eine Sprengstoff-Fabrik errichtet. Das Militär versteckte sich dabei hinter der Firmenbezeichnung „Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH"„, bauausführende und betreibende Gesellschaft war die „Deutsche Sprengchemie GmbH“ (DSC), seit 1936 alleinige Tochtergesellschaft der zu den deutschen Marktführern gehörenden „Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoff AG“ (WASAG).
Unter dem Tarnnamen „See II" entstand im Waldgebiet zwischen den Flüssen Uecker und Randow das Werk Torgelow der DSC. [….]
Rings um die im Wald verborgenen Produktionsanlagen entstanden mehrere Werkssiedelungen: In Torgelow, Pasewalker Straße für leitende Angestelte und Facharbeiter und ein Arbeiter-„Bereitschaftslager“ aus Holzbaracken in Torgelow-Spechtberg an der Neumühler Straße, sowie das in Massivbauten ausgeführte „Bereitschaftslager Eggesin“, Admiral-von-Schröder-Straße [1]. […]
1938/39 begann das Werk mit der Sprengstoffherstellung. Produziert wurde in erster Lienie POL-Pulver („Pulver ohne Lösungsmittel") als Treibladung für Munition. Es herrschte dabei enge Kooperation mit dem benachbarten, ebenfalls in einem Waldgebiet versteckten Rüstungsbetrieb „See I" der „GmbH zur Verwertung chemischer Erzeugnisse".
Die Anlage „See II" war bewacht und wurde unter Geheimhaltung und Tarnung betrieben. Neben angestellten Ingenieuren und Facharbeitern wurden hier Tausende arbeitsverpflichteter Reichsangehöriger und verschleppter Kriegsgefangener beschäftigt. Die harte Arbeit wurde vielfach von Frauen ausgeführt, etwa 375 Menschen sind im Werk umgekommen.
Die Produktion wurde, trotz gefährlicher Betriebsunfälle und eines alliierten Bombenangriffs im August 1944, bis in den April 1945 hinein aufrechterhalten.[…] " - (source)
“Pam” könnte auf eine falsch geschriebene Abkürzung für Pommern hindeuten.
Viele Grüße
Danke, das würde Sinn machen - Grüße zurück!