- Document ID: 138775788
- Document Collection: 7-2-1-5_Briefe von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen
Krawez Anna
postcard to Krawez Oleksandyr (Кравець, Олександр) - maybe father
village: coule be Гайсинський район; (Hajsynskyj rajon); (с.Гранів); s.Hraniw
no post stamp
Lager Knieholz St. Andreasberg
ZL Metallwerke Silberhütte: 380 Männer und 140 Frauen („Lager Knieholz“)
Zwangsarbeit in Sankt Andreasberg
Ab Juni 1942 begannen die Metallwerke Silberhütte und die Schmied-ag „Ostarbeiter“ einzusetzen, überwiegend verschleppte Frauen und Männer aus Weißrussland und der Ukraine. Die Zwangsarbeiterinnen lebten im Ortsteil Silberhütte in einem bewachten Lager unter menschenunwürdigen Bedingungen: Mangelhafte Ernährung und unzureichende ärztliche Versorgung, dem Klima nicht angemessene Kleidung und große Enge in den Baracken, lange Arbeitszeiten und fehlende Maßnahmen der Arbeitssicherheit sowie körperliche Misshandlungen prägten ihr Leben. Neben der Arbeit in den Metallwerken wurden sie auch zur Arbeit in handwerklichen Betrieben, dem Städtischen Krankenhaus und Privathaushalten gezwungen. Die Firma Leybold’s Nachfahren setzte für die Produktion von Hochdruckpumpen für U-Boote und Steuerungsinstrumenten für Fernwaffen „Westarbeiter“ aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden, aber auch Arbeitskräfte aus Italien ein. Sie waren in Privathaushalten oder beschlagnahmten Hotels untergebracht und wurden deutlich besser behandelt als Arbeitskräfte aus Osteuropa. Sankt Andreasberg hatte vor dem Krieg etwa 3.300 Einwohner. Zwischen 1940 und 1945 waren mehr als 1.000 ausländische Arbeitskräfte in der Stadt anwesend, das heißt etwa 25 % der Menschen, die damals in Sankt Andreasberg lebten, waren Fremd- oder Zwangsarbeiterinnen
