#ukrainian
sender:
Wasil BOCHONKO
Schachtanlage Radbo
Hamm/Westfalen
(postmarK: Bockum-Hövel)
recipient:
Iwan PLISCHAK
„Huliwzi, Kalinowka“
(Hulivtsi / Гулівці - Kalynivska urban community, Khmilnytsia Raion)
card of Sergei HAIDAI from Hulivtsi, Zeche Radbo (he is also in the list below)
Could it be him?
Wasyl BOCHONKO, born in „Hulowce, Kalinowski“ on 03.10.1924
(other spellings: Bochanko, Boshanko, Brchonko, see Arolsen archives here - here - here)
09.06.1943: He was registered in book of arrivals (from „Russland“ / Russia). together with other men from Kalinowski Raion (document 70765755)
It seems he spent some time in „Straflager Münster“ and that he was able to escape (twice?)
document 70765800
(complete list of "Dortmunder Hoesch AG, Zeche Radbod: Auszüge aus dem Zugangsbuch / Excerpts from the book of arrivals (Arolsen archive)
"An der Zeche Radbod wurde das genannte Gemeinschaftslager im Jahre 1941 mit sieben Wohnbaracken für je 72 Personen, einer Wirtschaftsbaracke und einer Wohnbaracke für das Bewachungspersonal errichtet. Hier zogen zunächst die polnischen Zivilisten ein. Im Herbst 1941 kamen zivile Zwangsarbeiter aus der Ukraine hinzu. Mitte 1942 waren Deportierte aus allen Teilen der von Deutschland besetzten Sowjetunion – mit Ausnahme der baltischen Staaten – anwesend und unter Tage tätig. Im August 1942 wurden sowjetische Kriegsgefangene in das Kriegsgefangenenlager hinter Stacheldraht eingewiesen. Ein Jahr später betrug ihr Kontingent 1090.
Ab 1944 waren auch „italienische Militärinternierte (IMI)“ hinter Stacheldraht – 150 Kriegsgefangene, die den Krieg auf Seiten der Faschisten nicht weiterführen wollten.
1944 gehörte die Zeche Radbod zu zehn Industriebetrieben im Ruhrgebiet, in denen mehrere Monate lang ein so genannter Großversuch an Zwangsarbeitern durchgeführt wurde. Entsprechend der nationalsozialistischen Rassenideologie sollte in den unterschiedlichen Volksgruppen – auch den Italienern – herausgefunden werden, wie Nahrungsenergie optimal in gewinnbringende Muskelkraft umgesetzt werden könnte. Die Hoesch AG stellte auf Radbod 1500 menschliche Versuchsobjekte. Die Energiezufuhr pro Essen war genau festgelegt. Wöchentlich wurden die Arbeitssklaven gewogen, ihr Wadenumfang wurde vermessen. Die Rücksichtslosigkeit des Experiments schlug sich schon bald in einer Zunahme von Verdauungskrankheiten nieder.
Erst 2018 wurde […] entdeckt, dass die Gestapo im September 1944 ein Arbeitserziehungslager (AEL), auch KZ vor Ort genannt, für Zwangsarbeiterinnen eingerichtet hat. Sie wurden von der Gestapo Münster, Recklinghausen und Hamm sowie von der Ortspolizei eingeliefert. Offenbar mussten sie teilweise auch unter Tage arbeiten. 131 Frauen, bis auf eine Französin kamen alle aus Osteuropa, sind namentlich bekannt. Sie flohen von der Zeche oder erlebten ihre Befreiung am 1. April 1945. 16 von ihnen sind jedoch verschollen. […]" - wikipedia


